May 18, 2023
Heidelberg hat hohe Ziele
Jo Francis Mittwoch, 10. Mai
Jo Francis Mittwoch, 10. Mai 2023
Mit der neuen Boardmaster-Maschine für großvolumige Faltschachteln will Heidelberg den VLF-Bogenoffset- und etablierten Flexodruck-Anbietern Konkurrenz machen.
Bild: Phillip Wolf
Ihr weltweites Debüt feierte die Boardmaster auf der Interpack in Düsseldorf, wo Heidelberg Einzelheiten zur neuen Druckmaschine enthüllte.
Der Hersteller sagte, dass er für Unternehmen, die große Mengen an Faltschachteln produzieren, „die Gesamtbetriebskosten drastisch senken“ könne, mit dem Versprechen einer Betriebszeit von 90 % und einer Druckgeschwindigkeit von bis zu 600 m/min – was 38.000 148 cm breiten Blättern entspricht pro Stunde.
Eine optionale Geschwindigkeitserhöhung auf 800 m/min ergibt umgerechnet 48.000 Bogen pro Stunde.
Der Boardmaster wurde „komplett von Grund auf neu“ im Flexowerk Weiden in Bayern entwickelt, das Heidelberg 2014 mit Gallus erworben hat, und seine Spezifikationen und Funktionen flossen unter Einbeziehung globaler Verpackungskunden ein.
Heidelberg verwies zudem auf die Nachhaltigkeitsvorteile des wachsenden Marktes für Faltschachteln.
Der Boardmaster verwendet wasserbasierte Tinten und die Energieeffizienz wurde aufgrund der höheren Produktivität als „weitaus höher“ als beim Offsetdruck beschrieben. Die entstehende Warmluft wird zurückgewonnen und die Rüstmakulatur beträgt weniger als zehn Meter pro Auftragswechsel.
Die Rollendruckmaschine verarbeitet Materialien von 70 bis 800 g/m² und verfügt über zwei Druckwerke pro Einheit, sodass ein Deck drucken kann, während das andere für den nächsten Auftrag vorbereitet wird.
Durch Ändern des Bahnpfads kann die Druckmaschine auch auf die Rückseite der Bahn drucken.
Heidelberg behauptete, es sei „die erste Flexodruckmaschine ohne Ausfallzeiten“ dank fliegender Auftragswechsel und seinem Push-to-Stop-Know-how.
Heidelberg-Vorstandsvorsitzender Dr. Ludwin Monz kommentierte: „Mit der Weltpremiere unseres Heidelberg Boardmaster reagieren wir auf zentrale Kundenherausforderungen im Verpackungsmarkt – Kostendruck, Fachkräftemangel sowie die Notwendigkeit, Produktivität und Nachhaltigkeit zu optimieren.“
Der Boardmaster kann für den Betrieb Rolle-zu-Rolle, Rolle-zu-Querschneider oder Rolle-zu-Schneider konfiguriert werden. Zu den optionalen Inline-Prozessen gehören Laminieren, Kaltfolienprägung, Digitaldruck, Rotationsprägung und Siebdruck.
Die verfügbaren Druckbreiten betragen 85 cm, 102 cm, 140 cm und 165 cm.
Ein Heidelberg-Sprecher sagte gegenüber Printweek, dass die Installation bereits im Gange sei und für die Druckmaschine kein Betatestprogramm erforderlich sei.
„Wir haben bereits mehrere Bestellungen vorliegen. Eine Maschine ist bereits installiert und befindet sich im Inbetriebnahmeprozess beim Kunden, die zweite wird ausgeliefert.“
Die Preise hängen von der Konfiguration ab.
„Ein Heidelberg Boardmaster ist je nach Anwendungsfall und Kundeneinsatz skalierbar; das Konzept ermöglicht als großer Vorteil eine Ausstattung exakt nach den Wünschen des Kunden. Dadurch sind die Preise streng von der Konfiguration abhängig. Die Spanne liegt etwa zwischen einem niedrigen Single- und „Es handelt sich um einen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag“, erklärte der Sprecher.
Mit der neuen Boardmaster-Maschine für großvolumige Faltschachteln will Heidelberg den VLF-Bogenoffset- und etablierten Flexodruck-Anbietern Konkurrenz machen.
